Bauzinsentwicklung seit den 90er Jahren

Der Erfolg einer Anlage in Wohneigentum ist maßgeblich auch von der aktuellen Zinspolitik im Segment Baufinanzierungen abhängig. Die Entwicklung an den Kapitalmärkten ist nicht immer planungssicher kalkulierbar, doch zeigt die Vergangenheit, dass bestimmte Kriterien, die Einfluss auf die Bauzinshöhe nehmen, auch vom Zinsumfeld abhängig sind. Neben der Tilgungshöhe nimmt der Bauzins eine besondere Position bei der Berechnung der monatlichen Belastungsrate ein. Die Entwicklung des Bauzinses sollte daher immer im Focus des künftigen Darlehensnehmers stehen. Eine gute Quelle für aktuelle Entwicklungen auf dem Zinsmarkt für Baudarlehen findet sich auf aktuelle-bauzinsen.info.

Leitzins der Europäischen Zentralbank – nicht immer Richtlinien bestimmend

Als Anhaltspunkt für die Bewertung der Bauzinsen gilt immer die Entwicklung der letzten Jahre am Kapitalmarkt. Signifikant ist für die Bauzinsentwicklung seit Beginn der 90er Jahre, dass die Zinskurve permanent gesunken ist und gleichzeitig Zinsanstiege zu beobachten waren. Baudarlehen mit einer für die damalige Zeit übliche Zinsbindungsfrist von zehn Jahren waren für durchschnittlich 8,73 Prozent zu haben. Diese Bedingungen galten für das Jahrzehnt zwischen 1980 und 1990. Danach führte eine leichte Entspannung bis zum Jahrtausendwechsel zum einem Durchschnittszinssatz von rund 7,7 Prozent. Vom Jahr 2000 bis Anfang des vergangenen Jahres sank die Hypothekenzinsen auf durchschnittlich 5,1 Prozent. Senkt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins, profitiert der Darlehensnehmer nicht in jedem Fall. Nicht zwingend werden gleichzeitig die Hypothekenzinsen gesenkt, denn Banken versorgen sich für die Vergabe von Baudarlehen das Kapital nicht immer bei der Zentralbank, sondern vielmehr auf dem freien Kapitalmarkt.

Krise beeinflusste Hypothekenzinsentwicklung

Erreichten die Konditionen im Bereich Hypothekenzinsen Anfang der 90er Jahre noch Werte nahe der Zehn-Prozent-Marke, fielen diese bis zum Jahr 2000 auf für Darlehensnehmer erfreuliche 5-6 Prozent für Laufzeiten von bis zu 15 Jahren. Das bislang günstigste Niveau erreichten die Zinsen im Jahr 2005. Selbst für Zinsbindungen von 15 Jahren mussten Darlehensnehmer kaum mehr als 4.3 Prozent Hypothekenzinsen zahlen. Für konventionelle Annuitätendarlehen, die mit einer zehnjährigen Zinsbindung ausgestattet waren, verlangten die Banken kaum mehr als 4 Prozent. In den darauf folgenden Jahren wirkte sich die weltweite Finanzkrise auch hierzulande aus, sodass kurzfristig ein Zinsanstieg Mitte des Jahres 2008 auf rund 5 Prozent verzeichnet werden musste. Die EZB reagierte auf die Krisensituation mit einem mehrfachen Absenken des Leitzinssatzes auf den heute noch geltenden Wert von 1 Prozentpunkt. Aktuell werden Baudarlehen wieder mit Zinssätzen zwischen 3,5 bis 4 Prozent vergeben. Noch sind keine Prognosen für eine Leitzinserhöhung in Sicht, doch Experten rechnen damit, dass in der zweiten Jahreshälfte mit einem leichten Anstieg der Bauzinsen gerechnet werden muss. Anschlussfinanzierer sollten jetzt reagieren und sich den günstigen Bauzins über ein Forward-Darlehen sichern.

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