Vom Chaos des Turbokapitalismus zu einer gerechten und stabilen Weltordnung

Wir wollen einmal an das Gute im Menschen glauben und davon ausgehen, dass aus der Finanzmarkt- und daraus entstandener Wirtschaftskrise die richtigen Lehren gezogen werden. Wie könnte eine vernünftige Weltordnung in zehn Jahren dann aussehen?
Wichtigstes Ergebnis der Regulation der weltweiten Finanzmärkte ist: Die Börse hat ihre ursprünglich einmal geplante Funktion wieder übernommen. Sie ist ein Handelsplatz, an dem Firmen sich Kapital für realwirtschaftliche Unternehmungen beschaffen können. Die Spekulationen, die die Börse zum Spielplatz für Jäger der schnellen Rendite gemacht haben, sind durch verschiedene Kontrollmechanismen, vor allem aber durch eine weltweit funktionierende Börsenumsatzsteuer eingedämmt.
Die Erlöse aus dieser Steuer, die weit über die vom Wirtschaftswissenschaftler James Tobin schon in den 70er Jahren vorgeschlagene Steuer auf internationale Devisentransaktionen hinaus geht, werden von der Weltbank verwaltet. Der Prozentsatz der Steuer ist sehr niedrig, was bewirkt, dass er bei Transaktionen der Realwirtschaft kaum ins Gewicht fällt. Der Versuch allerdings Milliardenbeträge im Stundenrhythmus um den Globus zu schieben, führt zu einer Belastung, die solch spekulative Geschäfte unattraktiv macht.
Von der Uno kontrolliert, hat die Weltbank die Aufgabe, mit den Erlösen die Finanzmärkte im Gleichgewicht zu halten, vor allem aber Kredite zur Verfügung zu stellen, für Projekte, die eine nachhaltige und zukunftsfähige Weltwirtschaft ermöglichen: Die Energiewirtschaft ist mitten in der Umstellungsphase auf die Wasserstofftechnologie. Der Wasserstoff hierzu wird in gigantischen Sonnenkraftwerken im Sonnengürtel der Erde erzeugt. Die erwirtschafteten Gelder werden verwendet, um vor Ort Arbeit zu schaffen und so die Migrationswelle in Richtung entwickelte Welt zu stoppen. Kredite für die Beteiligung an der Wasserstofftechnologie gehen nur in Drittweltländer, die es schaffen ein stabiles demokratisches System zu installieren. So entsteht ein immenser Druck auf die politische Kaste, die Pfründewirtschaft zu unterbinden und die Bevölkerung politisch aber auch am Wohlstand, zu beteiligen.
Bildung, Gesundheitsvorsorge, ein geringer aber für breite Bevölkerungsschichten zugänglicher Wohlstand in den Drittweltländern, all das wird auf Grundlage der Börsenumsatzsteuer verwirklicht und ermöglicht eine Wirtschaftsordnung, die Stellvertreterkriegen, Bandenkriegen, Bürgerkriegen, der Piraterie, den illegalen Migrationsbewegungen oder dem Terrorismus langfristig den Nährboden entziehen.
Die entwickelten Länder liefern das Know How, die Experten und das Kapital für diesen nachhaltigen Umbau der Weltwirtschaft und stehen damit ebenso auf der Gewinnerseite, wie die Menschen im Süden.
Die Vision einer nachhaltigen und gerechten Weltwirtschaftsordnung, die auf einem stabilen Finanzmarktsystem beruht, ist sicherlich gewagt aber geprägt von der Überzeugung, dass nur eine solche Weltordnung das Überleben der Menschheit sichern kann.

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